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Bericht der Kreiszeitung über das Bildungsurlaubs-Seminar
vom 12. bis 16. Juni 2006



Steckenpferd: Alte Häuser

SEMINAR ZUR HAUSFORSCHUNG

Maß genommen haben an einem alten Schafstall - oder Speicher - auf einem Anwesen in Fahrenhorst elf Frauen und Männer aus dem Seminar zur Hausforschung der Interessengemeinschaft Bauernhaus. Aufmaße sind allein deshalb wichtig, um die wesentlichen Teile einer Konstruktion festzuhalten oder in einem Grundriss die ursprüngliche Nutzung zu verdeutlichen. Auch Zimmermann Markus Meyer (27) aus Berlin und Andrea Glass (43), Straßenbau-Ingenieurin aus dem Landkreis Lüneburg, waren im Einsatz.

Ihr beider Steckenpferd sind alte Fachwerkgebäude und in Fahrenhorst arbeiteten sie Hand in Hand, als es darum ging, das kleine Gebäude aufzumessen. Ihnen und den neun weiteren "Forschern", die zum Teil Bildungsurlaub für das einwöchige Seminar genommen hatten, stand mit Seminarleiter Heinz Riepshoff, Landesbeauftragter Niedersachsen der Interessengemeinschaft Bauernhaus, ein Experte in Sachen Hausforschung zur Seite.

Von der Freudenburg in Bassum aus starten die Frauen und Männer aus unterschiedlichsten Berufen zu den Zielen der praktischen Unterweisung. Auf dem Besichtigungsprogramm standen unter anderem das Kreismuseum in Syke und das Bauernhaus-Archiv in Syke.

Vor der eigentlichen Aufmessung gab es in Fahrenhorst für die Frauen und Männer, die unter anderem aus Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und der heimischen Region kamen, zunächst einmal aufklärende Worte zum alten und von der Witterung schon etwas "zerzausten" Gebäude. Es stammt, so Heinz Riepshoff, aus dem späten 17. Jahrhundert. Ob es als Schafstall oder Speicher zu seiner Glanzzeit den Besitzern diente, ist noch nicht endgültig festgestellt.

Das Türblatt samt Schloss und Schlüssel stammen, wie auch die Lehmgefache und einige alte Balken, nach Schätzung von Riepshoff noch aus Ursprungszeit. Ansonsten gab es schon die eine oder andere Veränderung.

Für Andrea Glass hieß es, soviel Informationen und praktische Kenntnisse wie möglich aus dem Seminar mitzunehmen. Sie hat in Sachsen-Anhalt ein altes Fachwerkhaus erworben und ist dabei, es zu restaurieren. "Ich möchte es für die Zukunft erhalten" sagte sie.

Das "Seminar zur Hausforschung" richtete sich an Anfänger und Einsteiger, die sich zwar schon länger für alte Gebäude begeistern, bisher aber nicht den Mut fanden zum selbständigen Dokumentieren.

Zu den praktischen Arbeiten, bei denen auch das eine oder andere uralte Fachwerkgebäude in oder um Bassum eine Rolle spielte, gehörte es, Aufmaße am Objekt anzufertigen, um diese mit Hilfe des Zeichenbretts in Reinzeichnungen umzusetzen. Ferner wurde das Dokumentieren mit Hilfe der Fotografie geübt - in Verbindung damit die Möglichkeiten zur Archivierung.

(C) Niederheide, [16.06.2006, Kreiszeitung]

Wichtige Hinweise verriet Heinz Riepshoff den Hausforschern des Seminars, hier bei einem historischen Fachwerkgebäude im Stuhrer Ortsteil Fahrenhorst.
Foto: Niederheide

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