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Glossar

Alkoven = Butze: Wandbett - in der >Herdwand oder zwischen den Querwänden des >Kammerfachs gelegen.

Ankerbalken: Balken zur Aufnahme von horizontalen Zugkräften. Gleichzeitig >Binderbalken (>Gebinde) und >Deckenbalken. Man unterscheidet drei verschiedene Arten der Verankerung: 1.eingehälster Ankerbalken 2.eingezapfter Ankerbalken 3.durchgezapfter Ankerbalken

Ausfachung: Material innerhalb eines >Gefaches: >Lehmwickel, >Lehmflechtwerk, Ziegelsteine, Eichenbohlen usw.

Beiholz: senkrechter kurzer Ständer innerhalb eines >Gefaches, der eingebaut wird, um entweder ein großes Gefach zu teilen, das ursprünglich mit Lehm ausgefacht war und nun mit Ziegelsteinen ausgemauert werden soll, oder als Anschlag für ein nachträglich eingebautes Fenster ( auch Holzklappe), das kleiner als Fachgröße ist.

Binderbalken: Balken, die zwei in den Seitenwänden gegenüberliegenden >Ständer verbindend (>Gebinde). Gleichzeitig >Ankerbalken und >Deckenbalken.

Butze = >Alkoven

(d): Bestimmung des Baudatums eines Fachwerkgebäudes nach der wissenschaftlichen Methode der >Dendrochronologie.

Deckenbalken: Balken zur Aufnahme des Deckenbelags (Fußboden) für das höher gelegene >Geschoß. Gleichzeitig >Binderbalken und >Ankerbalken.

Dendrochronologie: Altersbestimmung des Holzes nach den Jahresringen. Bei erhaltenem Splintholz jahresgenaue Bestimmung des Holzeinschlags möglich.

Diele: der Hauptwirtschaftsraum im Bauernhaus zwischen den Ständerreihen.

Dönz: Stube im >Kammerfach, aber auch Stube in der Diele eines städtischen Ackerbürgerhauses.

Drempel = Kniestock: niedrige, nur etwa kniehohe Wand über der obersten Deckenbalkenlage; der Drempel entsteht bei der Verwendung der >Hochrähmzimmerung mit >Ankerbalken und in der >Geschoßbauweise. Bei Drempelspeichern statt kniehoch auch weit über 100 cm Höhe möglich.

Fach: Raum zwischen zwei >Gebinden. In alten Hausbeschreibungen wird die Hauslänge mit der Anzahl von Fachen angegeben. >Kammerfach und >Feuerfach.

Fachwerkgefüge = Fachwerkgerüst: Gesamtheit des Fachwerks, bestehend aus >Ständern, >Riegeln, >Schwellen, >Rähmen usw.

Feuerstelle = >Herdstelle

Flett = Feuerfach: Hauptlebens- und Wohnraum der Bauernfamilie in der ursprünglichen Hausnutzung. Bereich zwischen >Diele und >Herdwand auf der einen und den beiden seitlichen >Luchten auf der anderen Seite.

Füllhölzer: zwischen den Balkenköpfen oberhalb des >Rähms als Verschluß der Deckenfüllung an der Außenwand eingesetztes Holz. Entweder als gerades Brett oder nach außen gerundet.

Fünfplattenofen: Ofen, bestehend aus fünf gegossenen Metallplatten; drei seitlichen, einer Bodenplatte und einer Deckplatte. Die Rückseite des Ofens bildet eine Wand, von deren Rückseite aus der Ofen befeuert wird, dann auch >Hinterladerofen.

Fußband: schräges oder gerundetes winkelsicheres Aussteifungsholz, das >Ständer und >Schwellen miteinander verbindet. Meist zur Versteifung von Giebeldreiecken verwendet. Ähnliche Funktion wie ein >Kopfband.

Fußriegel: >Riegel als waagerechte Aussteifung zwischen den Ständerfüßen, z.B. bei schwellenlosen Gebäuden. Bei Speichern zur Belüftung des Getreides notwendig, wenn sich ein Schüttboden im Untergeschoß befand. Dann gleich oberhalb der >Schwelle verbaut.

Gebinde = Joch: feste Gefügeeinheit, bestehend aus zwei gegenüberliegenden Seitenwand-Ständern, dem daran befestigten >Ankerbalken und den zwei >Kopfbändern.

Gefach: der Zwischenraum im Wandgefüge eines Fachwerks zwischen zwei senkrechten >Ständern und zwei waagerechten Hölzern, z.B. >Riegeln. Ausgefüllt mit >Lehmflechtwerk, >Lehmwickel, Ziegelsteinen oder Lehmsteinen.

Gefügeknoten: Treffpunkt von >Ständern, >Rähm, >Ankerbalken und versteifenden >Kopfbändern.

Häuslinge: besitzlose Landarbeiterfamilien, die als Miete für Land und Gebäude bei einem Bauern eine festgesetzte Wochenarbeitszeit abzuarbeiten hatten.

Häuslingshaus: an >Häuslinge vermietetes Haus. Entweder eigenständiges kleines Bauernhaus oder umgenutztes Nebengebäude wie Scheune oder Backhaus.

Hahnenbalken: kurze waagerechte Querbalken zur Aussteifung eines >Sparrendaches dicht unter dem First. >Kehlbalken

Hallenhaus: zusammenfassende Benennung aller >Bauernhäuser mit tragendem Innengefüge und hoher von Balken überspannter >Diele.

Herdstelle = Feuerstelle: offener, ursprünglich ebenerdiger, in jüngerer Zeit erhöhter Herd im >niederdeutschen Hallenhaus. In ebenerdiger Form auch in ehemals bewohnten Backhäusern möglich.

Herdwand: Querwand zwischen >Flett und >Kammerfach. Der Name kommt von der unmittelbar vor dieser Wand gelegenen >Herdstelle.

Hinterladerofen: Ofen, der von einem anderen Raum aus befeuert wird. Möglichkeit einer rauchfreien >Dönz in einem >Rauchhaus. Meist als >Fünfplattenofen.

Holznagel: spitz zulaufend gearbeiteter hölzerner Pflock, der in ein vorgebohrtes Loch geschlagen wird und zwei Hölzer miteinander verbindet (>Zapfenloch und >Zapfen).

(i): inschriftliche Datierung z.B. auf einem >Türriegel.

Joch = >Gebinde

Kammerfach: hinter der >Herdwand gelegenes Ende des >niederdeutschen Hallenhauses, bestehend aus einer Zimmerreihe, deren Decken niedriger sind als die von >Diele und >Flett.

Kehlbalken: waagerechtes, zwei >Sparren miteinander verbindendes Holz, das das >Zapfenschloß an den Spitzen der Sparren sowie die Sparren selbst entlastet. Der oberste Kehlbalken, meist auf die Sparren geblattet, heißt auch >Hahnenbalken. Der untere Kehlbalken beim Drempelspeicher ist meist gezapft.

Klöndör: zweiteilige Tür, bestehend aus einem oberen und einem unteren Flügel. Beim >niederdeutschen Hallenhaus und auch beim Backhaus zur Zugregulierung des Feuers benutzt.

Kniestock = >Drempel

Kopfband: alle Kopfbänder verbinden diagonal und winkelsichernd die senkrechten Gefügeteile (>Ständer) mit den waagerechten (>Rähme in den Außenwänden/>Deckenbalken im Innenraum).

Kopfriegel: >Riegel als waagerechte Aussteifung zwischen den Ständerköpfen. Bei doppelter Vernagelung auch als Ersatz zu >Kopfbändern genutzt.

Kübbungen: Raumerweiterung, meist an der Traufseite eines vorhandenen Gebäudes, die durch Verlängerung der Dachschräge entsteht. Beim >niederdeutschen Hallenhaus und seltener bei einigen Backhäusern auch ursprünglich konstruktiv. >Kübbungshaus.

Kübbungshaus: anderer Begriff für >Zweiständerhaus. Links und rechts neben den Ständerreihen befinden sich die Kübbungen, in denen das Vieh aufgestallt ist.

Lehmflechtwerk: >Ausfachung mit senkrechten >Staken, mit Strohband oder Weidenruten geflochten und mit Lehm beworfen.

Lehmwickel = Lehmweller: strohumwickelte und lehmverschmierte Hölzer zur Bildung einer Decke zwischen den Balken oder senkrecht zur Schließung eines >Gefaches.

Lucht = Flettabseite: >Kübbung im Bereich des >Fletts, meist unterschieden in Waschlucht und Eßlucht. Die Außenwände der Lucht haben Fenster zur Belichtung des Fletts. Innen, zwischen den >Ständern, befindet sich der Luchtbalken, das Holz mit dem stärkstem Querschnitt im >niederdeutschen Hallenhaus.

Niederdeutsches Hallenhaus: dreischiffiges Mittellängsdielenhaus in Nordwestdeutschland. >Hallenhaus

Pfostenhäuser: Häuser mit in den Erdboden eingelassenen und somit seitliche Belastung aufnehmenden Stützhölzern. Als Vorläufer unserer Fachwerkhäuser mit >Ständern, hatten diese Gebäude nur eine geringe Lebensdauer.

Rähm: ein den Ständerköpfen aufgesetztes und sie verbindendes horizontales Längsholz. Wichtigstes Gefügeteil im Längsverband des Hauses. Beim Oberrähm liegt das Rähm über den >Deckenbalken und bildet gleichzeitig die Sparrenschwelle. Beim Unterrähm liegt das Rähm unter den Deckenbalken.

Rauchabzug: 1. allgemeine Bezeichnung für den Abzug des Rauches aus einem Gebäude. 2. vor Einführung des >Schornsteins mehr oder weniger primitive Einrichtung, den Rauch in der Nähe einer Feuerstelle aus einem Gebäude hinaus zu befördern.

Rauchhaus: Gebäude mit Feuerstelle ohne >Schornstein. Der Rauch zieht quer durch den Innenraum und verläßt das Gebäude durch Türen, Klappen und Fenster.

Riegel: waagerechtes Verbindungsholz zwischen zwei >Ständern. Als >Kopfriegel am Ständerkopf, als >Fußriegel am Ständerfuß möglich.

Schüttboden: Geschoß zum Lagern, speziell zum Ausschütten von gedroschenem Korn. Raum des Obergeschosses über dem >Kammerfach und alle Geschosse eines Speichers, in seltenen Fällen auch von Backhäusern, in denen Getreide gelagert wurde.

Schwelle: Kantholz als unterer Abschluß bzw. Unterlage von Holzkonstruktionen.

Sparren: das Dachgerüst bildende, schräg gegeneinandergelehnte, lange Hölzer, die auf den Rähmen stehen.

Ständer: Alle senkrechten Hölzer im Fachwerk, sowohl des Innengefüges wie der Außenwände .

Staken: kräftige Stöcke oder Spalthölzer, die senkrecht in ein >Gefach geklemmt werden und nach Durchflechtung mit Strohband oder Weidenruten als Träger für den Lehmbewurf dienen.

Strebe: schräggestelltes, balkenstarkes Holz zur Aufnahme von seitlichen Druckkräften. In der Regel innerhalb der Seitenwände mit den anderen Gefügeteilen verzapft. Sowohl über ein bis zwei Gefache, als auch über ein ganzes Stockwerk reichend. Streben waren auch Aufbauhilfe beim Aufrichten eines >Fachwerkgerüstes.

Türriegel = Türsturz: er dient wie ein normaler >Riegel zwischen zwei >Ständern als Verbindungsholz. Der Türriegel liegt über der Tür, ist meist breiter als die anderen Riegel und schmückend hervorgehoben. Auf vielen Türriegeln befinden sich Inschriften und Baudaten.

Zeichnungen: H. Riepshoff

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Diese Seite wurde zuletzt am 24.02.2008 19.43 Uhr aktualisiert!