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Der Leiter

Damit Sie wissen wer das Bauernhaus-Archiv leitet und mit wem Sie Kontakt aufnehmen können, möchte ich mich an dieser Stelle vorstellen.

Mein Name ist Heinz Riepshoff, ich bin Jahrgang 1946 und in Syke bei Bremen aufgewachsen. Nach einer Ausbildung im Druckereigewerbe hatte ich den ersten intensiveren Kontakt mit Volkskunde und Volksarchitektur als Entwicklungshelfer in Kumasi, Ghana/Westafrika. Dort arbeitete ich in einem einheimischen Zeitungsbetrieb von Anfang 1969 bis Mitte 1971. In diesen zwei Jahren setzte ich mich intensiv mit der Kultur der Ashanties auseinander.

Im August 1971, gerade eine Woche wieder in Deutschland, kaufe ich einen Resthof in Halbetzen bei Syke. Vier Gebäude wurden hier im Laufe von fast 20 Jahren restauriert und vor dem Verfall bewahrt, davon die meisten Arbeiten in Eigenleistung. Zwischenzeitlich unterstützt von meiner Frau Hedda, lernen wir alles, was mit Geschichte, Baumaterialien und Denkmalpflege eines solchen Hofes zu tun hat.

1972 wird in der früheren Grafschaft Hoya die Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. (IGB) gegründet. Der Begründer und Urvater dieser heute bundesweiten Organisation Julius H. W. Kraft überredet mich Mitglied zu werden und schon bald kümmere ich mich nicht nur um mein eigenes Haus, sondern auch um jedes andere, was Hilfe bedurfte.

Ende der 70er Jahre richtete sich mein besonderes Interesse neben dem Fachwerk auf die Jahrhundertwende-Architekur, also die Backstein-Bauernhäuser von 1850 bis in das 20. Jahrhundert. Diese Häuser reizten mich auch deswegen, weil sie von der Denkmalpflege fast völlig vergessen wurden. Ein weiteres „Forschungsgebiet“ wurde für mich das Detail „Fenster“, eine Arbeit aus der viel später im Jahre 2002 ein Buch und eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Syke entstand. Der Titel „Kein Haus ohne Fenster“ hat die Geschichte des Fensters in der Grafschaft Hoya zum Inhalt.

Von 1983 – 1992 war ich als Geschäftsführer in der IGB tätig und seit dem im erweiterten Vorstand. 1987 bestellte mich die damalige Bezirksregierung Hannover zum Beauftragten für Denkmalpflege für den Landkreis Diepholz, einer Aufgabe der ich bis 1991 nachkam.

Von 1988 bis 1992 haben meine Familie und ich noch einmal kräftig zugepackt. Ein Bürgerhaus von 1639 d in Verden/Aller wurde von uns nach denkmalpflegerischen und bauökologischen Gesichtspunkten von Grund auf restauriert. Der Umzug von einem Bauernhof in Syke-Halbetzen in ein Bürgerhaus nach Verden eröffnete mir einen völlig neuen Blick, nicht nur auf die alten Häuser der Domstadt, sondern auch auf die großartigen alten Hofspeicher der Weserhöfe am Rande der früheren Grafschaft Hoya, die für mich unversehens direkt vor meiner Tür lagen.

Es entstand eine neue Leidenschaft, die Hausforschung. In mehreren Jahren reiste ich kreuz und quer durch die Landkreise Diepholz, Nienburg und Verden um Speicher und Backhäuser zu fotografieren und zu erforschen. Als zusätzliches, für mich zunächst völlig neues Instrument, kam die Technik des Aufmessens von Gebäuden hinzu. Animiert durch andere Hausforscher in der IGB wie Dietrich Maschmeyer, Ulrich Klages, Hans Turner und Wolfgang Dörfler, um nur einige zu nennen, besonders aber durch die Aufmasse des großartigen Haus- und Gefügeforschers Gerhard Eitzen, erinnerte ich mich meiner „Zeichenkünste“ als gelernter Schriftsetzer, und brachte mir das Aufmessen selber bei. Aus der Untersuchung von über 200 Gebäuden entstand 1998 das Buch „Speicher und Bachhäuser in der Grafschaft Hoya“, in dem exemplarisch 100 Gebäude vorgestellt werden. Auch hierzu entstand in Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Syke eine Ausstellung.

Eine weitere Untersuchungsmethode für nicht datierte Gebäude ist die Dendrochronologie, mit deren Hilfe das Fälldatum von Bäumen, bzw. Bauhölzern festgestellt werden kann. Ich erlernte das Entnehmen von Bohrproben, die dann häufig durch die Hilfe von Erhard Pressler in Gersten datiert wurden. Nur so war es möglich im Bereich der früheren Grafschaft Hoya bis heute über 40 Bauernhäuser zu identifizieren, deren ältere Innengerüste aus dem 16. Jahrhundert stammen, einige Bauteile sogar aus Vorgängerbauten der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Im Laufe der Jahre wuchs mein privates Bauernhaus-Archiv auf über 10.000 Fotos und Hunderten von Aufmaßen an. Die Idee, daraus eine öffentliche Einrichtung zu machen, entstand durch ein Gespräch mit Dr. Ralf Vogeding, dem Museumsdirektor des Kreismuseums in Syke. Viele glückliche Umstände führten dann Ende 2002 zur Einweihung des Bauernhaus-Archivs der Grafschaften Hoya und Diepholz.

Heinz Riepshoff, Leiter des Bauernhausarchivs

Der Hof in Halbetzen bei Syke

Unser Bürgerhaus von 1639 (d) in Verden/Aller

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Diese Seite wurde zuletzt am 07.09.2005 11.37 Uhr aktualisiert!