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Das älteste bekannte Haus in Hoya
ist im Januar 2008 endgültig dem Erdboden gleichgemacht!!! (s. die ersten beiden Fotos)

Die Stadt Hoya, in deren besitz sich das Gebäude zuletzt befand, hat sieben Jahre daran gearbeitet, diesen Abriss auch durchzuführen.


lesen Sie den folgenden Artikel aus dem Jahr 2005:


Stadt kontra Denkmalschutz

Heinz Riepshoff

Manchmal fragt man sich ja selbst, was machst du da eigentlich Jahr für Jahr. Häuser retten ist eine furchtbar anstrengende Arbeit und leider nicht immer von Erfolg gekrönt. Diese Geschichte ist aber erzählenswert und das nicht nur, weil sie bisher erfolgreich verlief. Einige Begleitumstände sind durchaus als typisch für unsere heutige Zeit zu betrachten. Einerseits zeigt diese Geschichte, daß auch im Jahre 2000 noch immer einige Gemeinden und ihre Vertreter unter wirtschaftlichem Fortschritt den Abriß alter denkmalwürdiger Häuser verstehen, statt diese im Sinne von Stadtmarketing zu erhalten. Andererseits wird das außerordentlich große Vertrauen, das IGB-Mitglieder bei den oberen Denkmalschutz-Behörden genießen, deutlich.
Im Juli 2000 ruft mich Bernd Kunze an und berichtet von einem drohenden Abriß von zwei Häusern in Hoya. Beide sollen nicht unter Denkmalschutz stehen, mindestens das eine aber recht interessant sein. Ob wir uns das nicht mal ansehen sollten, vielleicht auch noch dokumentieren auf jeden Fall fotografieren, bevor der Bagger kommt. Gesagt, getan. Zwei Tage später besichtigen wir die Häuser Deichstraße 16 und 18. Was wir zu sehen bekommen ist so spannend, daß wir uns kurzerhand am folgenden Samstag wieder einfinden und erste Aufmaße anfertigen. Der Stadtarchivar Henry Meyer versorgt uns mit Hintergrundmaterial über die Geschichte der Häuser. Noch am selben Wochenende schreibe ich dem Bauamtsleiter Herrn Walnsch einen Brief, der als Kopie an die Bezirksregierung Hannover weitergereicht wird mit der Bitte, doch umgehend zu prüfen, ob das Gebäude Deichstraße 18 nicht ein Baudenkmal sei.

Sehr geehrter Herr Walnsch,

wir haben Informationen, wonach der Abbruch der Häuser Deichstraße Nr. 16 und 18 in Hoya unmittelbar bevor stehen soll. Ist es richtig, daß hierfür Abbruchgenehmigungen von Ihrem Amt erteilt wurden und diese Grundstücke neu bebaut werden sollen? Zumindest für die Nr. 18 scheint uns bei einem möglichen Abbruch ein Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz vorzuliegen. Abgesehen davon, daß es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das älteste Haus von Hoya handelt (gebaut 1604), ist es eines der wenigen wirklich gut erhaltenen Häuser aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg. Bei einer Besichtigung konnten wir feststellen, daß sich beide Traufseiten, als auch der hintere Giebel, in einem gut zu restaurierenden Zustand befinden. Der massive Giebel zur Deichstraße ist eine typische Veränderung aus der Zeit um 1900. Er ist als ausgesprochen wohlproportioniert zu bezeichnen und wird von der Denkmalpflege sicher ebenfalls als schützenswert eingestuft.
Der hintere Giebel (Weserseite) ist für Hoyaer Verhältnisse als ausgesprochen repräsentativ anzusehen. Das untere Stockwerk ist, wie die Seitenwände auch, in den unteren zwei Fachreihen mit Streben versteift, die Kopfriegel (noch zwei vorhanden) sind mit dreifachen Arkaden verziert, wie wir sie bisher nur vom Siebenmeierhof in Magelsen und einem Speicher in Dahlhausen kennen (beide zeitgleich gebaut und von überregionaler Bedeutung).
Das obere Stockwerk kragt ca. 25 cm vor und wird (auch hier die parallele zu den Seitenwänden) von profilierten Knaggen abgefangen. Die Ständerfüße werden von geschwungenen Fußstreben ausgesteift. Im mittleren Fach befand sich ursprünglich eine Ladeluke als Zugang für das obere Stockwerk. An den Ständerköpfen sind die Zapflöcher zu erkennen, in denen sich ursprünglich ebenfalls Knaggen befanden, die den vorgezogenen Krüppelwalm abfingen. Die Antwort auf die Frage, warum diese Rückseite so stark repräsentativ von den Erbauern errichtet wurde, findet sich im Nachbarhaus Deichstraße Nr. 16. Dieses wurde an der Seite zum Haus Nr. 18 verbreitert, war also zur Erbauung schmaler. Zwischen beiden Häusern befand sich eine größere Lücke, durch die vermutlich ursprünglich der Zugang zu der schon seit längerem gesuchten Weserbrücke verlief. Die Rückseite von Nr. 18 war für die Leute von Osten über die Weser kommend gleichzeitig Vorderseite. Alle Informationen, die wir in kürzester Zeit über das Haus Nr. 18 herausgefunden haben, hätten auch Ihnen zur Verfügung gestanden. Es ist schon verwunderlich, daß alleine aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes in Ihrem Amt keiner auf die Idee gekommen ist, daß es sich um ein Baudenkmal handeln könnte. Wir gehen davon aus, daß Sie alles tun werden, um den Abbruch dieses Hauses zu verhindern.

In der Hoffnung auf eine kurzfristige Antwort verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Heinz Riepshoff
(stellv. Bundesvorsitzender der IGB)

Bereits zwei Tage danach sind jeweils ein Vertreter der Bezirksregierung und des Landesamtes für Denkmalp?ege in Hoya. Das unfaßbare geschieht, die Denkmaleigenschaften für die Nr. 18 sind auch aus deren Sicht so eindeutig, daß der drohende Abbruch mit sofortiger Wirkung ausgesetzt wird und das Verfahren der Unterschutzstellung anläuft. Schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit, bei denen sich Beteiligte nicht immer an die Spielregeln gehalten haben, veranlaßten uns nun, gemeinsam mit der Vorsitzenden des örtlichen Heimatvereins und dem Stadtarchivar, umgehend eine kleine Pressekonferenz mit der örtlichen Presse zu organisieren. Auf die Frage eines Reporters, was passiert, wenn sich jemand mit Vorschlaghammer oder einem Bagger an dem Gebäude zu schaffen macht, habe ich geantwortet: „Rufen Sie die Polizei an”. Prompt war diese Schlagzeile am folgenden Tag in der Zeitung: Riepshoff: „Rufen Sie die Polizei an”, "Das Haus Deichstraße Nr. 18 darf niemand abreißen / Mahnung der IGB zur Wachsamkeit."

Kurze Zeit danach erreicht mich ein Anruf des aufgebrachten jetzigen Eigentümers, ein Textilkaufmann, der mir zunächst einmal Rufschädigung vorwarf. Dann aber, sich langsam beruhigend, von mir Rat erwartete, wir er statt des geplanten Neubaus mit einem Textilgeschäft dieses in dem nun unter Denkmalschutz stehenden Gebäude unterbringen könnte. Wir vereinbarten einen Termin zusammen mit seinen Architekten, die einem solchen Projekt ebenfalls positiv gegenüber standen. Um diesen Teil der Geschichte abzukürzen, nach mehrmaligem hin und her konnte er sich hierzu nicht durchringen, da seiner Ansicht nach, die zu erwartende Ladengröße nicht seinen Ansprüchen genügen würde.

Wir reagierte aber die Gemeinde? Zunächst einmal bekam der ehrenamtlich tätige Archivar von dem Stadtdirektor Rustemeyer wegen Schädigung der Stadt Hoya einen Verweis. Dann werden sämtliche Register gezogen, um die Gebäude doch noch los zu werden.

Am 18. November 2000 steht in der Zeitung: „Hoyas ältestes Haus muß abgerissen werden”. "Verwaltungsausschuß, Stadtverwaltung und Fördergemeinschaft einig: Nur erhaltenswerte Teile des Gebäudes schützen." „Die breite Mehrheit der Bevölkerung will einen Abriß”, versichert Stadtdirektor Rustemeyer. Ich frage mich immer, woher diese Leute immer so genau den Willen der Bevölkerung kennen? Interessant ist der Hinweis auf die erhaltenswerten Teile. Tatsächlich gibt es ja Gebäude, die wegen einiger alter Teile unter Schutz stehen, während andere Teile, meist jüngere Zutaten, vernachlässigbar sind. Hier handelt es sich aber um drei fast originale Außenwände aus der Erbauungszeit von 1604 und um einen massiven Giebel aus der Zeit um 1900. Diese massiven Giebel prägen einen großen Teil der norddeutschen Städte ganz erheblich und sind somit bereits Teil unserer Baugeschichte, also ebenfalls schützenswert. Ohne es zu wollen, wird hier das Ansinnen der Denkmalpflege unterstützt.

Zur selben Zeit versucht der Stadtdirektor den Eigentümer einzuschüchtern und unter Druck zu setzen. Um ihn von möglichen Restaurierungsgedanken abzubringen, will er ihm einreden, daß die Restaurierung des Hauses mindestens 1 Mio. DM kosten würde (der Architekt hat eine seriöse Kostenschätzung von 400.000,- DM vorgelegt). Gleichzeitig verlangt er aber von dem Textilkaufmann und Eigentümer, er möge sich innerhalb von 14 Tagen schriftlich bei den Denkmalbehörden gegen die Unterschutzstellung aussprechen, was er nicht kann und auch nicht will, da er bis zu diesem Zeitpunkt nur inoffiziell an diesem Verfahren beteiligt ist.

Im nächsten Schritt werden sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt, den Stadtrat ebenfalls für einen Abriß zu gewinnen. Damit würde von Seiten der Stadt auf breiter Front demonstriert, wir wollen kein Baudenkmal, wir wollen den Abriß. In dem Verfahren hat die Stadt ein Einspruchsrecht, was sie gedenkt auch in dieser Form wahrzunehmen. Die CDU spricht sich für den Abriß aus. Warum ausgerechnet die Konservativen häufig für Abbruch und gegen Denkmalpflege sind, habe ich noch nie begriffen. Die SPD, leider in der Opposition und in der Minderheit, spricht sich im Bauausschuß für den Erhalt aus.

Der Einspruch der Stadt Hoya führt nun zu einer Überprüfung der Denkmaleigenschaft des Hauses Deichstraße 18 durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Nach einem Ortstermin und unter Beteiligung aller Behörden wird eine endgültige Entscheidung von einem Gutachten abhängig gemacht, womit die Bauforschung des Landesamtes für Denkmalpflege beauftragt ist.

Ich fasse also zusammen: Bisher ist es gelungen, gegen den Widerstand einer denkmalfeindlichen Stadtobrigkeit eines der wichtigsten und ältesten Häuser Hoyas, gewissermaßen 5 Minuten vor 12, vor dem Abbruch zu bewahren. Eine langfristige Zukunft wird das Haus aber nur haben, wenn sich jemand findet, der es auch erhalten und nutzen will. Der Textilkaufmann, der selbst erst seit einem Jahr Eigentümer ist, will das Gebäude wieder verkaufen.
Wer Interesse an diesem Gebäude gefunden hat und es gerne erwerben möchte, sollte sich bitte umgehend bei dem Verfasser melden.
PS. Die für die Restaurierung und Bauarbeiten verantwortliche Behörde ist nicht die Stadt Hoya sondern der Landkreis Nienburg.

Heinz Riepshoff



Die Geschichte der Häuser
Deichstraße 16 und 18

Henry Meyer, Hoya

Die Geschichte eines Hauses ist nicht nur Baugeschichte, sondern immer auch Stadt- und Familiengeschichte. So befaßt sich dieser Bericht nicht mit den baulichen Belangen der Häuser in der Hoyaer Deichstraße, sondern versucht in erster Linie mehr die Menschen in den Vordergrund zu stellen, die einst in diesen Gebäuden lebten und arbeiteten.

Die Geschichte jener Häuser läßt sich mittels eines Bürgerbuches gut nachvollziehen. Geschrieben wurde es 1704 vom damaligen Hoyaer Bürgermeister Heinrich Hundertmark, der dieses Amt von 1697 bis 1710 innehatte. Gebaut wurde das Haus Deichstraße Nr. 18 im Jahre 1604 von einem Heinrich von Dören und ist somit das älteste bekannte Haus Hoyas. Welche Tätigkeiten und Funktionen der Erbauer damals ausübte ist bislang nicht bekannt. 1689 wurde das Gebäude von seinen Erben an den aus Osnabrück stammenden Brauer Christoff Heyden verkauft, der hier über Jahre hinweg sein Gewerbe ausübte. 1753 befand sich das Anwesen in Besitz von Johann Caspar See?ng. Die Familie See?ng war im 18. Jahrhundert eine in Hoya bekannte und angesehene Familie, deren Mitglieder sich als Handwerker und Kau?eute betätigten. Sie engagierten sich für den Flecken Hoya als Ratsherren und Senatoren. Zuvor erwähnter Joh. C. See?ng war Ende des 18. Jahrhunderts Bürgermeister des Ortes. 1781 wurde das Haus von den See?ngs an den Gerber Dietrich Ballauf verkauft. 1804 war ein Doktor Schumacher Besitzer, dessen Erben wiederrum verkauften das Haus an die Hoyaer jüdische Familie Leeser, die 1758 in Hoya ansässig war. Neben der im Nachbarhaus wohnenden Familie Elias waren die Leesers über einen langen Zeitraum eine der ein?ußreichsten Familien in der Hoyaer jüdischen Gemeinde. Sie befaßten sich beru?ich mit Textil- und Getreidehandel sowie mit Bankgeschäften. Einer der Bedeutendsten der Familie Leeser war der 1855 in Hoya geborene Max Leeser, der in Hildesheim im Bankwesen tätig war und dort 1887 die Hildesheimer Bank gründete. Für seine Verdienste wurde er 1906 zum Geheimen Kommerzienrat ernannt, 1928 machte man ihn zum Ehrenbürger der Stadt. Max Leeser verstarb 1935. Das Haus Deichstraße 18 blieb bis 1890 im Besitz dieser Familie. Danach gehörte es dem Kaufmann Friedrich Müller, der hier ein Geschäft für „Landesprodukte” einrichtete und bis 1936 betrieb. Durch Erbschaft kam das Haus an die Familie Küttner, die es 1998 an einen Geschäftsmann aus Asendorf verkaufte.

Das Haus Deichstraße Nr. 18 lag von jeher im Zentrum Hoyas und damit natürlich auch das Nachbargebäude Nr. 16. Und so wie eine Nachbarschaft Menschen miteinander verbindet, verbinden auch Brücken miteinander. Hier traf beides zusammen, führte doch die westliche Zufahrt der 1668 erbauten Hoyaer Weserbrücke zwischen diesen beiden Häusern hindurch. Bei der Beschreibung, der Hausstelle Deichstraße 16 schreibt der Hoyaer Bürgermeister Hundertmark 1704: „Zwischen diesem und dem vorhergehenden Haus (Nr. 18) gehet die Brücke so Anno 1668 gebauet worden über die Weser.” Über hundert Jahre hatte sie hier ihren Standort ehe 1776/77 – 25 Meter weiter südlich – eine neue Brücke errichtet wurde. Die Auffahrt befand sich nun zwischen dem Haus Nr. 16 und der ehemaligen „Alten Wache” (heute „Die Hütte”). Die Besitzer der Hausstelle Deichstraße Nr. 16 lassen sich bis 1583 zurückverfolgen. Dieser Platz wird aber schon einige Jahrhunderte vorher bewohnt gewesen sein, da hier die Anfänge der Besiedelung Hoyas zu suchen sind. Spätestens 1780, wahrscheinlich schon früher, kam das Anwesen in den Besitz der seit Anfang, des 18. Jahrhunderts in Hoya ansässigen Familie Elias. Sie dürfte damit die erste jüdische Familie in Hoya gewesen sein, die hier Grundbesitz erwerben konnte. Sechs Generationen der Familie Elias betrieben in diesem Haus einen Handel mit Textilien. Der letzte Inhaber war der 1873 in Hoya geborene Julius Elias, der 1920 die aus Nienburg stammende Grete London heiratete. Ihre Söhne Ernst und Adolf wurden 1920 bzw. 1922 geboren. Bis 1933 konnte die Familie Elias ihr Geschäft erfolgreich und ungehindert führen. Danach waren auch sie den Repressalien der Nazis ausgesetzt und mußten ihr Textilgeschäft 1938 aufgeben. Julius Elias, seine Frau Grete und der Sohn Adolf überlebten den Holocaust nicht. Dem Sohn Ernst gelang es noch 1939 in die USA auszuwandern und sich in New York eine neue Existenz aufzubauen. Er lebt heute mit seiner Frau in New-York und Miami. Das Anwesen Deichstraße 16 wurde 1941 von dem Drogisten Friedrich Behrens gekauft, der hier bis in die sechziger Jahre eine Drogerie mit angeschlossenem Reformhaus betrieb. Nach seinem Ruhestand war das Geschäft noch längere Zeit verpachtet ehe es dann aufgegeben wurde. Danach hatte hier über Jahre die Zoohandlung Faust ihren Platz bis das Geschäft in das gegenüberliegende ehemalige Anwesen von Thies & Co verlegt wurde. Seitdem steht das Haus leer. zwischenzeitlich wurden Haus und Grundstück an einen Geschäftsmann aus Sulingen verkauft, der hier einen Neubau errichten wollte. Diese Maßnahme wurde durch die Einmischung von IGB und Denkmalpflege verhindert.
Seitdem gab es verschiedene Kaufinteressenten - aber bis heute, Ende 2005 hat sich immer noch kein neuer Besitzer gefunden.
Das Haus wartet immer noch auf einen Liebhaber, der es in eine "artgerechte" Nutzung überführt.

Das Haus Deichstr. 18 hat in sieben Jahren keinen Nutzer gefunden. Nun wurde es "hingerichtet". Ein örtlicher Verein hat es abgebaut - allerdings ziemlich unprofessionell!
Foto Nov. 2007, B. Kunze

Das ist nun das Ende eines 400 Jahre alten Hauses, das keineswegs baufällig war. Im Gegenteil - die Bausubstanz war in gutem Zustand. Aber in Hoya hat das niemand interessiert.
Foto Nov. 2007, B. Kunze

Das Haus Deichstr. 18 mit dem schon um 1800 veränderten Fachwerkgiebel. Hier betrieb der Kaufmann Friedrich Müller ein Geschäft für „Landesprodukten”.
Das Foto entstand um 1905.


Die Vorderfront, mit dem nach 1905 versteinerten, zu dieser Zeit modernen Giebel. Der Rest des Hauses ist, bis auf einige kleine Umbauten im Inneren, im Originalzustand erhalten.

So präsentierte sich das älteste bekannte Hoyaer Haus Deichstr. 18 den Benutzern der zweiten Hoyaer Brücke, die in die Stadt kamen. Auf Wunsch der Hoyaer Stadtväter sollte es schon im Jahr 2000 aus dem Weichbild verschwinden, und für 08/15-Baukastenarchitektur Platz machen.
Weil bis heute (2005) kein Käufer gefunden wurde, steht es immer noch - gottseidank!


Dieses Haus ist der letzte, noch weitgehend intakte Vertreter dieser kleinen Wandständerbauten für Handwerker, Höker, Schiffer und Fischer, dem ein hoher Zeugniswert für die städtebauliche Situation zufällt. Das „Archiv-Datum” der Erbauung im Jahr 1604 wurde inzwischen durch eine dendrochronologische Untersuchung bestätigt.


Unter der Farbe zeichnen sich die noch vorhandenen, stark gekehlten Kopfbänder von 1604 ab. Die starke Kehlung ist typisch für diese Zeit.


Traufsituation mit den originalen kräftigen Knaggen aus der Erbauungszeit.

Originale(?) Zier-Ausfachung mit Klosterformat-Ziegelsteinen.

Zeichnungen: H. Riepshoff
Fotos: B. Kunze

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