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Die Idee

Die Gründung dieses Archivs hat vielfältige Ursachen. Natürlich gibt es in Niedersachsen verschiedene Archive, in denen auch Bauernhäuser dokumentiert und archiviert sind. Um nur zwei zu nennen: In Hannover beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege wird ein großes Archiv vorgehalten, in dem getrennt Aufmaße und Fotos aus ganz Niedersachsen gesammelt werden, darunter auch Bauernhäuser. Die Erschließung ist jedoch schwierig. Das Material ist nur eingeschränkt der Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus, muss man sich schon selbst dorthin bemühen und Aktenschränke durchsuchen, um sicher zu sein, ob Material über ein Dorf oder über eine Hofstelle vorliegt. Deutlich systematischer ist das Material des Hausforschers Gerhard Eitzen im Museumsdorf Hösseringen untergebracht und aufgearbeitet. Vor allem seine große Zahl von Aufmassen und Reinzeichnungen sind präzise nach Haustypen, Baujahr und Ortszugehörigkeit in eine Datenbank eingegeben. Eine Übersicht über das Werk, das viele Regionen Deutschlands aber auch einige europäische Nachbarländer einschließt, bietet zwei Veröffentlichungen: „Gerhard Eitzen, Bauernhausforschung in Deutschland“ und „Bauernhäuser aus Mitteleuropa – Aufmaße und Publikationen von Gerhard Eitzen“ .

Die Entstehung unseres regionalen Archivs geht zunächst auf die Kreisreform der 1970er Jahre zurück. Die früheren Grafschaften Hoya und Diepholz als historische Kulturlandschaften wurden durch die Neuordnung der Kreise Diepholz, Nienburg, Oldenburg und Verden ohne jeden kulturellen Bezug völlig durcheinander gebracht und im Falle der Grafschaft Hoya sogar gänzlich aufgegeben.

Als sich die IGB unter dem Vorsitz, des im März 2008 verstorbenen, Julius H.W. Kraft 1973 gründete, gab es den alten Landkreis Grafschaft Hoya noch. Ein Umstand, dem wir das Emblem mit den beiden Bärentatzen und dem Bauernhaus zu verdanken haben. Obwohl die IGB heute in ganz Deutschland tätig ist, wurde das Emblem nie geändert. Meine Arbeit für die IGB hat sich seit der Gründung bis heute vor allem auf diese Region bezogen.

Anfang der 1980er Jahre gab es im Kreisheimatbund Diepholz innerhalb der Fachgruppe Denkmalpflege die Idee, konsequent alle bedeutenden ländlichen Gebäude in den Dörfern zu fotografieren und zu archivieren. Dieses Vorhaben war wohl der Zeit etwas voraus, jedenfalls wurde daraus nichts. Die Idee aber blieb in meinem Gedächtnis bewahrt.

Mich packte der Hausforscher-Virus Anfang der 1990er Jahre. Gemeinsam mit Dietrich Maschmeyer, der sich seit seiner Jugendzeit mit Hausforschung beschäftigt, hatten wir den Siebenmeierhof in Magelsen aufgemessen. Daraus entstand für mich der Gedanke, beispielhaft Speicher und Backhäuser aus dem Bereich der früheren Grafschaft Hoya zu erfassen. Aus etwa 200 dokumentierten Gebäuden entstand 1998 das Buch „Speicher und Backhäuser in der Grafschaft Hoya“ . Parallel kam auch die Erforschung und Dokumentation von Bauernhäusern voran. Was vor 15 Jahren noch niemand für möglich gehalten hätte, es sind z. Z. ca. 60 Gebäude in unserer Region bekannt, die im oder vor dem Dreißigjährigen Krieg gebaut wurden. Auch diese sind zum größten Teil dokumentiert. Dabei konnte ich lange Zeit auf den Rat und das große Wissen unseres IGB-Freundes Ulrich Klages aus Heidenau zurückgreifen, der leider Ende 2007 verstarb.

Methodisch beruhen meine Dokumentationen auf drei Säulen. Fotografisch wird ein Gebäude sowohl im Zusammenhang der ganzen Hofstelle erfasst, sowie auch in allen Ansichten aber häufig noch wichtiger sind Einzelheiten im Innern. Je nach Erhaltungszustand, Seltenheit oder Sammelgebiet wird ein Gebäude komplett aufgemessen oder auch nur Teile davon. So kann für Teilaspekte ein Längsschnitt oder nur eine Herdwand ausreichend sein. Hierbei haben die Aufmasse von Gerhard Eitzen Vorbildcharakter. Allerdings bemühe ich mich, beim Aufmessen eines Gebäudes den heutigen Istzustand zu erfassen und die zeichnerische Rekonstruktion des bauzeitlichen Zustandes nur auf die Reinzeichnung anzuwenden. Die dritte Säule ist die häufig notwendige dendrochronologische Untersuchung . Vor allem bei alten Innengerüsten innerhalb von neueren Außenwänden ist es eine große Hilfe, das genaue Fälldatum der Bäume zu kennen, aus denen die Bauteile gefertigt wurden. Hierbei bin ich für die Auswertungen der Proben Erhard Preßler aus dem Emsland besonderen Dank schuldig.


Datenerfassung durch Teilzeit- und ehrenamtliche Mitarbeiter.

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Diese Seite wurde zuletzt am 14.09.2008 13.46 Uhr aktualisiert!